Deutliches Zeichen
baltischer Solidarität
mit Tibet
Foto: Tibetan Review
Der Internationale Vorsitzende der International Campaign for Tibet (ICT) Richard Gere hielt die Grundsatzrede bei einer Tibet-Konferenz im lettischen Parlament, der Saeima. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Abgeordneten Juris Viļums, dem Vorsitzenden der Gruppe zur Unterstützung Tibets in der Saeima.
Die Konferenz brachte Politiker, Vertreter der Zivilgesellschaft sowie die internationale Tibet-Bewegung in Riga zusammen. Auf diese Weise setzten sie ein deutliches Zeichen baltischer Solidarität. So war auch ICT-Präsidentin Tencho Gyatso gemeinsam mit Richard Gere in die Hauptstadt Lettlands gereist. Im Anschluss an die Konferenz wollten Parlamentarier aus Lettland, Estland und Litauen zudem eine gemeinsame Erklärung zur Lage in Tibet veröffentlichen.
Parallelen zwischen Tibet und dem Baltikum
In seiner Grundsatzrede forderte Richard Gere die europäischen Demokratien ausdrücklich dazu auf, entschlossen für die Rechte der Tibeter einzutreten. Der ICT-Vorsitzende betonte die Parallelen zwischen Tibet und dem Baltikum. Insbesondere verglich er die historischen Erfahrungen der baltischen Völker mit dem anhaltenden Kampf des tibetischen Volkes um kulturelles Überleben und Selbstbestimmung.
ICT-Präsident Tencho Gyatso bedankte sich bei den Veranstaltern. Sie sagte: „Es war eine wunderbare Gelegenheit, mit unseren Freunden im Baltikum in Kontakt zu treten. Vielen Dank, Juris Viļums.“ Dem schloss sich auch die für die Region zuständige Tibet-Repräsentantin Tsering Yangkey an. Sie bedankte sich bei den Parlamentariern für ihre Teilnahme an der Konferenz und für ihre Arbeit an der gemeinsamen Erklärung zu Tibet.
Unterstützerbotschaften aus weiteren Parlamenten
In Videobotschaften wandten sich der niederländische Parlamentsabgeordnete Jan Paternotte und Dainius Žalimas, Mitglied des Europäischen Parlaments, an die Konferenzteilnehmer. Dabei ermutigten sie die anwesenden Abgeordneten, in ihren nationalen Parlamenten aktiv die Forderung nach Ernennung eines EU-Sonderbeauftragten für Tibet voranzutreiben.
Diese Forderung war bereits im vergangenen Jahr in einem vom niederländischen Parlament verabschiedeten Antrag zu Tibet enthalten und würde einen koordinierten europäischen Ansatz in Bezug auf Tibet ermöglichen. Auch der Sprecher der Parlamentsgruppe Tibet im Bundestag und Parlamentarische Staatssekretär Michael Brand steuerte eine Videobotschaft zur Konferenz bei. Darin bekundete er seine Unterstützung für Initiativen, „die dieses rassistische chinesische Regime als globale Bedrohung für Stabilität, Frieden und Menschenrechte anprangern und sich dagegenstellen“.
Am Pranger: Chinas Gesetz über „ethnische Einheit“
Eine wichtige Rolle bei der Konferenz spielte Chinas sogenanntes Gesetz über „ethnische Einheit“, das am 1. Juli 2026 in Kraft treten soll. Die Teilnehmer waren sich einig in ihrer Ablehnung des Gesetzes. Es sei ein schwerwiegender Wendepunkt, der die erzwungene Assimilation von Tibetern, Uiguren, Mongolen und Hongkongern festschreibt.
Das Gesetz verstoße gleichermaßen sowohl gegen Chinas eigene Verfassung, wie auch gegen internationale Menschenrechtsnormen. Zuletzt verabschiedete das Europäische Parlament am 30. April 2026 mit 439 Ja-Stimmen eine Entschließung, in der das Gesetz ebenfalls verurteilt wurde. Abschließend forderte die Konferenz alle europäischen Parlamentarier auf, in ihren nationalen Parlamenten Resolutionen einzubringen, die das Gesetz verurteilen.
* Bild oben: Richard Gere spricht auf der Konferenz in der Saeima. Neben ihm der Abgeordnete Juris Viļums, ICT-Präsidentin Tencho Gyatso und der Geschäftsführer von ICT Europe Wangpo Tethong (v.l.n.r.).
