Prominente Gäste
bei Vorstellung des
Werks von Prof. Lau
Quelle: tibet.net
„Tibet war seit der Antike nie Teil Chinas“. Zu diesem Ergebnis kommt ein neues, umfangreiches Werk des chinesischen Wissenschaftlers Hon-Shiang Lau, dessen englische Version vor wenigen Tagen in der US-Hauptstadt Washington vorgestellt wurde. An der Präsentation des Buches nahm auch Bhuchung K. Tsering teil, der im ICT-Büro in Washington die Research and Monitoring Unit leitet.
Professor Laus Werk widerlegt das Narrativ der chinesischen KP-Machthaber, Tibet sei ein Teil Chinas gewesen. Sein Buch stützt sich bewusst vor allem auf offizielle chinesische Dokumente. Damit unterstreicht Lau die historische Tatsache, dass Tibet bis zum Einmarsch der kommunistischen Streitkräfte 1949/1950 jahrhundertelang unabhängig und souverän gewesen war.
Status Tibets als Forschungsschwerpunkt
Professor Lau hatte bis zu seiner Emeritierung einen Lehrstuhl der renommierten City University of Hong Kong inne. Als unabhängiger Historiker und Wissenschaftler, hat sich Professor Lau auf die Geschichte Ostasiens spezialisiert. Schwerpunkte seiner Arbeit sind der Status Tibets und die sich wandelnden territorialen Ansprüche Chinas.
Sein mehr als 1.200 Seiten starkes Werk erscheint unter dem englischen Titel „Tibet Was Never A Part of China Since Antiquity: Using’s China’s Official/Authoritative Documents“. Vom 10. Februar an ist es im Handel erhältlich.
Lange Geschichte Tibets als freie und souveräne Nation
Die vom „National Endowment for Democracy“ (NED) organisierte Buchpräsentation hatte prominente Gäste. So nahmen daran etwa das Oberhaupt der tibetischen Exilregierung Sikyong Penpa Tsering und der ehemalige US-Sonderbotschafter für internationale Religionsfreiheit Sam Brownback teil. In seiner Grundsatzrede hob Brownback die lange Geschichte Tibets als freie und souveräne Nation hervor. Er warnte darin vor dem „kulturellen Völkermord“ des chinesischen KP-Regimes am tibetischen Volk.
In einer von Josh Rogin von der „Washington Post“ moderierten Podiumsdiskussion stellte Brownback die Bedeutung von Laus wissenschaftlicher Arbeit heraus. Er sagte, die chinesische KP fürchte die Religionsfreiheit mehr als jede Waffe, da sie das schwache Fundament des Staates untergrabe.
Falsche Darstellung der KP
Professor Lau wies darauf hin, dass er bewusst öffentlich zugängliche, aus chinesischen Quellen stammende offizielle Dokumente ausgewählt habe, die vor der Besetzung im Jahr 1950 erstellt worden seien. Dies helfe dabei, die falsche Darstellung der KP zur historischen Souveränität Tibets glaubwürdig widerlegen zu können. Lau hob beispielsweise hervor, dass China bei der Auswahl des Dalai Lama in der Vergangenheit weder eine Rolle gespielt noch dies versucht habe.
Bhuchung Tsering von ICT betonte den parteiübergreifenden Konsens in den USA hinsichtlich Tibets. Man sei sich einig, dass ein wirklich autonomes Tibet die internationale Gemeinschaft bereichern würde. Zugleich müssten die Vereinigten Staaten mehr tun, um dieses Ziel zu unterstützen.
Chinas Narrativ muss verändert werden
Sikyong Penpa Tsering bekräftigte das Bekenntnis des Dalai Lama zur Politik des Mittleren Wegs. Professor Laus Buch stütze die Forderung der Tibeter nach einer sinnvollen Autonomie, indem es die Darstellung der KP über Tibet verändert. Die Korrektur dieses Narrativs sei entscheidend, um substanzielle Verhandlungen zwischen der CTA und der VR China zu ermöglichen, so der Sikyong.
