Tibetische Schulkinder
werden von China
indoktriniert

 

Foto: mp.weixin.qq.com*

Zu Beginn des neuen Schuljahres müssen die Schüler der Grund- und weiterführenden Schulen im tibetischen Landkreis Mdzodge (auch Zoigê genannt) chinesische Propaganda ansehen. Dies ist einem Propaganda-Artikel auf der Plattform WeChat zu entnehmen und unterstreicht die massive Indoktrination der Kinder in Tibet.

Die chinesische Schulsendung hat den Namen „Erste Unterrichtsstunde zum Schulstart“. Das Programm trägt den Titel „Unser Langer Marsch“ und soll laut dem Artikel an die „lange Geschichte der revolutionären Bewegung“ vor Ort und „an den 90. Jahrestag des Sieges der Kommunistischen Partei Chinas“ erinnern. Dies stellt einen weiteren Beleg der verstärkten Indoktrination der Jüngsten in der tibetischen Gesellschaft durch die Führung in Peking dar.


KP-Propaganda zum Schulstart: Tibetische Schulkinder müssen aufmerksam einer chinesischen Propagandasendung folgen. (Foto: mp.weixin.qq.com*)

In dem Propaganda-Artikel heißt es weiter, dass die „jungen Menschen ermutigt werden sollen, einen Pioniergeist zu entwickeln und ihre Träume zu verfolgen“. Es dürfte klar sein, dass hier einzig die Träume der Kommunistischen Partei in China und ihres Führers Xi Jinping gemeint sind. Die tibetischen Schulkinder müssen vor den Augen der Lehrer und KP-Vertreter aufmerksam posieren und werden überdies für chinesische Propagandazwecke instrumentalisiert.

Die chinesische Regierung verfolgt in Tibet eine aggressive Assimilierungspolitik, die darauf abzielt, die tibetische Kultur und Identität zu zerstören und letztlich aus Tibetern Chinesen im Sinne der KP zu formen. Etwa eine Million tibetische Kinder müssen in chinesische Zwangsinternate gehen. Dort werden sie systematisch von ihren Familien getrennt und ihrer Sprache, Kultur und Religion entfremdet.


Alle Blicke nach vorne gerichtet: Chinas KP versucht mit allen Mitteln, die Jüngsten in Tibet zu indoktrinieren. (Foto: mp.weixin.qq.com*)

Die chinesische Regierung macht mit ihren Indoktrinations- und Militarisierungskampagnen selbst vor tibetischen Kindergartenkindern nicht halt. So berichtete die International Campaign for Tibet vor Kurzem über verstörende Szenen aus der südtibetischen Grenzstadt Tsona (chinesisch: Cuona), auf denen die Kinder in Militäruniformen unter der chinesischen Flagge marschieren und an simulierten Kampfübungen teilnehmen mussten.

Das am 1. Juli 2026 in Kraft getretene chinesische Assimilationsgesetz, von der Führung in Peking schönfärberisch als „Gesetz für ethnische Einheit und Fortschritt“ bezeichnet, dürfte die Situation der Kinder in Tibet weiter verschärfen. Die International Campaign for Tibet setzt sich für ein Ende der Indoktrination und Zwangsinternate ein und fordert von der chinesischen Regierung die Rücknahme des Assimilationsgesetzes.

* Bilder oben: Im Landkreis Mdzodge mussten tibetische Schulkinder chinesische Propaganda ansehen. Das Foto stammt aus einem WeChat-Kanal mit chinesischen Propagandainhalten.

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