Zhang Yadi offenbar
während Besuch in
China verhaftet

 

Quelle: ChineseYouthStand4Tibet

Vermutlich weil sie sich in Europa für die Rechte der Tibeter einsetzte, wurde eine 22-jährige Studentin während ihres jüngsten Besuchs in China von den chinesischen Behörden verhaftet. Wie „Human Rights Watch“ (HRW) berichtet, gilt Zhang Yadi seit dem 31. Juli als „verschwunden“. Wo sie derzeit festgehalten wird und wie es um ihre Gesundheit steht, ist nicht bekannt. Es werde jedoch vermutet, dass man sie in einem Internierungslager in ihrer Heimatstadt Changsha in der Provinz Hunan festhält, so HRW.

Bei einer Verurteilung nach Artikel 103(2) des chinesischen Strafgesetzbuches drohten ihr bis zu fünf Jahre Haft. Werde sie als Rädelsführerin eingestuft, könnte die Länge der Haftstrafe gar bis zu 15 Jahre betragen. Artikel 103(2) verbietet „die Anstiftung anderer zur Spaltung des Landes und zur Untergrabung der nationalen Einheit”.

Zhang Yadi setzte sich in Frankreich für die Rechte der Tibeter ein

Während ihres Studiums in Frankreich habe Zhang Yadi eine chinesischsprachige Digitalplattform geleitet, die sich für die Rechte der Tibeter einsetzt. Die 22-Jährige ist Mitglied der Organisation „Chinese Youth Stand for Tibet”. Die Gruppe veröffentlicht Artikel, die darauf abzielen, „ein tieferes Verständnis der tibetischen Kultur in chinesischsprachigen Gemeinschaften zu fördern“. Zudem gehe es darum, „den Han-Chauvinismus in Frage zu stellen und zu dekonstruieren sowie ethnische Konflikte und Vorurteile anzusprechen“.

In den Sommerferien sei Zhang Yadi nach China zurückgekehrt. Die Behörden hätten sie am 31. Juli 2025 in Shangri-La, einer Stadt im südosttibetischen Landkreis Dechen, festgenommen.

„Sofortige und bedingungslose Freilassung!“

HRW fordert, die Behörden sollten alle Anklagen gegen Zhang fallenlassen und ihr Recht auf einen Rechtsbeistand ihrer Wahl respektieren. Am 16. September wurde der prominente chinesische Menschenrechtsanwalt Jiang Tianyong kurzzeitig festgenommen, als er nach Changsha reiste, um Zhangs Familie rechtlich zu unterstützen. Er wurde später freigelassen, aber sein Telefon wurde Berichten zufolge beschlagnahmt.

Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) ist Zhang Yadis „Verschwindenlassen“ ein weiteres Beispiel für Pekings systematische transnationale Repression. ICT ist zutiefst besorgt über Zhang Yadis Verhaftung und schließt sich den Forderungen nach ihrer sofortigen und bedingungslosen Freilassung an.

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