KP-kontrollierte
Frauenvereinigung erteilt
«Lektion in Patriotismus»
Quelle: Ganzi Daily/qq.com
Nicht einmal in den Sommerferien sind die Kinder in Tibet sicher vor der ideologischen Beeinflussung durch die chinesischen KP-Machthaber. Dies belegt ein Bericht der chinesischen Propagandamedien. Ganz gezielt geraten tibetische Schulkinder ins Visier – eine Gruppe, die durch die chinesischen Zwangsinternate ohnehin schon unter enormem Druck steht.
So organisierte die von der KP kontrollierte Frauenvereinigung ein sogenanntes „Sommerlager“ für insgesamt 100 Kinder aus mehreren osttibetischen Landkreisen. Eine Woche verbrachten die jungen Tibeter in Chengdu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan. Dort hätten die Vertreterinnen des Frauenverbands ihnen eine „anschauliche Lektion in Patriotismus und nationaler Einheit und Fortschritt“ erteilt.

„Jugendliche tragen die traditionellen chinesischen Tugenden weiter“ lautet das Programm der Veranstaltung – von tibetischen Tugenden ist wohlweislich nicht die Rede. (Quelle: Ganzi Daily/qq.com
Tibetische Kinder sollen „sinisiert“ werden
Gemeint ist damit der Versuch, die tibetischen Kinder zu „sinisieren“, sie also einerseits ihrer tibetischen Herkunftskultur zu entfremden und sie andererseits zu Chinesen zu machen. Letzteres soll erreicht werden durch die erzwungene Assimilation der Tibeter an die han-chinesische Kultur, wie sie von den kommunistischen Machthabern definiert wird.
Die «Sinisierungs»-Kampagne der chinesischen KP ist ein zentrales Element der von ihr betriebenen, neuen Kulturrevolution in Tibet mit dem Ziel der Auslöschung der traditionellen tibetischen Kultur, Sprache und Religion. Dem Artikel zufolge findet das Programm des Frauenvereins bereits seit zwei Jahren statt; 320 Kinder sollen daran teilgenommen haben.
Tibetische Kinder besuchen kommunistische Revolutionsstätten
Unter einer ähnlichen Zielsetzung fand kürzlich auch eine sogenannte Bildungsreise nach Yan’an für tibetische Jugendliche statt. Yan’an war während des Zweiten Weltkriegs und des chinesischen Bürgerkriegs das Hauptquartier der chinesischen KP und ist einer der Hauptorte des „Roten Tourismus“ in China. Dieser spielt eine wichtige Rolle als Mittel der ideologischen Erziehung in Tibet.
Der Zweck der Reise lag auf der Hand, stand sie doch unter dem vielsagenden Motto „Auf den Spuren der Revolution – Weitergabe des revolutionären Geistes“. Das Programm für die Schüler aus der südtibetischen Präfektur Shigatse wird folgendermaßen beschrieben:
„Durch Besichtigungen revolutionärer Stätten, das Anhören revolutionärer Geschichten und die Teilnahme an interaktiven Erlebnissen wurde den Kindern die rote Ideologie nähergebracht, um sie zu motivieren, den roten Geist weiterzuführen und zu Trägern einer neuen Ära zu werden.“
„Patriotische Erziehung“ für tibetische Kinder
Beobachtern zufolge verlagert sich die chinesische „patriotische Erziehung“ zunehmend von Erwachsenen auf Kinder. Offenbar hat Peking große Schwierigkeiten, erwachsene Tibeter über die Kommunistische Partei, den Sozialismus und das Mutterland „aufzuklären“. Zu brutal waren in der Vergangenheit Pekings Methoden, mit denen die KP-Ideologie den Menschen eingetrichtert werden sollte.
Die Machthaber scheinen davon auszugehen, dass tibetische Kinder und Jugendliche leichter zu erreichen sind. Daher haben sie ihre Versuche verstärkt, dieser Zielgruppe ihre eigene Sichtweise auf Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Politik zu vermitteln. Das entsprechende Programm existiert seit 2021; bis heute haben tausende tibetische Kinder aus mehreren Präfekturen die kommunistischen Revolutionsstätten besucht.

