Neuer ICT-Bericht
dokumentiert Pekings
systematisches Vorgehen

 

Foto: tsemdo.thar-CC-BY-NC-ND-2.0

Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) dokumentiert das systematische Vorgehen der chinesischen Machthaber zur Auslöschung der tibetischen Sprache. Unter dem Titel „Beyond Neither Goat nor Sheep” beschreibt der Bericht detailliert, wie Peking versucht, die Tibeter von ihrem sprachlichen Erbe zu trennen.

Die chinesischen Behörden untergraben gezielt die Nutzung der tibetischen Sprache, um so die Tibeter gewaltsam in den chinesischen Staat zu assimilieren. Der chinesische Angriff auf die tibetische Sprache zielt darauf ab, bei jungen Tibetern die Ausbildung einer eigenständigen tibetischen Identität zu verhindern. Auf diese Weise sollen Tibeter zu Chinesen gemacht werden.

Verschlechterung unter Xi Jinping

Der ICT-Bericht analysiert die Entwicklung der chinesischen Sprachpolitik in Tibet während der vergangenen Jahrzehnte. So erlebte Tibet nach dem Ende der verheerenden chinesischen Kulturrevolution zunächst eine kurze Phase, in der sich die KP-Machthaber um die tibetische Kultur bemühten und die Förderung der tibetischen Sprache institutionalisierten. Später konnte davon allerdings keine Rede mehr sein. Mit dem Machtantritt von KP-Generalsekretär Xi Jinping vor dreizehn Jahren hat sich die Lage weiter verschlechtert.

Immer stärker ließen die chinesischen Machthaber die Verwendung der tibetischen Sprache im Bildungssystem einschränken, während sie zugleich den Einsatz des Chinesischen forcierten. Eine zentrale Rolle spielen in diesem Zusammenhang die chinesischen Zwangsinternate in Tibet, welche die große Mehrheit der tibetischen Kinder und Jugendlichen besuchen muss.

Tibetisch nur noch als (Fremd-)Sprache

In Pekings Internatssystem sind die tibetischen Kinder Misshandlungen, Vernachlässigung, Sprach- und Kulturverlust sowie ideologischer Indoktrination und Identitätsauslöschung ausgesetzt. Tibetisch wird in den meisten Fällen nur noch als (Fremd-)Sprache unterrichtet, der Fachunterricht erfolgt auf Chinesisch.

Teilweise werden die tibetischen Kinder bereits im Alter von vier Jahren von ihren Familien getrennt und zu Loyalität gegenüber der Kommunistischen Partei erzogen. Neben emotionalen und psychologischen Schäden, hat dies auch den Verlust der tibetischen Sprache zur Folge und führt zur Entfremdung von Familien und Gemeinschaften. Selbst in den Schulferien bleibt den Kindern der Zugang zu tibetischem Sprachunterricht und religiösen Aktivitäten verwehrt.

Sprachrechte existieren nur auf dem Papier

Tibeter haben immer größere Schwierigkeiten, ihre Muttersprache gegenüber der staatlichen Verwaltung oder vor Gericht zu verwenden. Auf allen Ebenen forciert Peking die Nutzung der sogenannten „gemeinsamen Sprache des Landes“ – gemeint ist Mandarin-Chinesisch. Mittlerweile hat man Tibetisch auch als Kernfach für den Hochschulzugang gestrichen. Und selbst die tibetischen Klöster sehen sich zu Propagandakampagnen auf Chinesisch gezwungen.

Während also in der Praxis der Raum für das Tibetische immer enger wird, ergeht sich die chinesische Propaganda in schönfärberischen Behauptungen. So unternehmen die KP-Machthaber große Anstrengungen, eine Fassade ihrer angeblichen Unterstützung für Sprachrechte aufrechtzuhalten. In Wahrheit verfolgen sie jedoch das genaue Gegenteil. Selbst die tibetische Gebärdensprache für Taubstumme steht unter Druck, seit die Behörden allein die chinesische Gebärdensprache als nominelle „nationale Gebärdensprache” fördern.

„Kultureller Völkermord an tibetischen Buddhisten”

Pekings Sprachpolitik in Tibet hat zu einer alarmierenden Entwicklung geführt, die sogar den Fortbestand des Tibetischen als Kommunikationsmittel im Alltag gefährdet. Die überparteiliche Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF) des US-Kongresses stellt in ihrem Jahresbericht 2025 fest, dass unter der chinesischen Regierung ein „kultureller Völkermord an tibetischen Buddhisten” stattfinde.

Vor diesem Hintergrund fordert ICT die internationale Gemeinschaft auf, ihre Besorgnis über Chinas systematischen Versuche zur Auslöschung der tibetischen Sprache zum Ausdruck zu bringen. Die Staatengemeinschaft müsse von Peking eine sofortige Änderung seiner Politik fordern.

China solle mit Nachdruck dazu aufgefordert werden, Maßnahmen zum Erhalt der tibetischen Kultur und ihrer einzigartigen sprachlichen Identität in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht zu ergreifen. Dazu zählt unter anderem auch das Angebot von muttersprachlichem Sprachunterricht für tibetische Kinder gemäß den Verpflichtungen Pekings aus der Konvention über die Rechte des Kindes (UNCRC), die China 1992 ratifiziert hat.

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