Null Punkte für Tibet
auf dem Freiheits-
Index

 

Foto: Screenshot freedomhouse.org

Laut dem am 19. März veröffentlichten Bericht „Freedom in the World 2026“ der Organisation Freedom House liegt Tibets Bewertung der politischen Rechte und bürgerlichen Freiheiten im dritten Jahr in Folge bei null Punkten; Tibet gilt weiterhin als „unfrei“.

Im Bericht, der auf Daten aus dem Jahr 2025 basiert, erhält Tibet -2 von 40 Punkten bei den politischen Rechten und 2 von 60 Punkten bei den bürgerlichen Freiheiten. Damit kommt Tibet insgesamt auf 0 von 100 Punkten. Gemeinsam mit dem Südsudan erreicht Tibet den zweitniedrigsten Wert unter den 208 untersuchten Ländern und Gebieten. Selbst Nordkorea liegt im Freedom-House-Index mit 3 von 100 Punkten darüber. Im Jahr 2024 fiel der Wert erstmals nach acht Jahren von zuvor 1 auf 0 Punkte und unterstreicht die sich weiter verschlechternde Menschenrechtslage in Tibet.

Chinas Gesetz zur „Ethnischen Einheit“

Tibets Punktzahl verweist auch auf die gesetzliche Verankerung der anhaltenden Unterdrückung durch die Kommunistische Partei Chinas, etwa im Gesetz über „Ethnische Einheit und Fortschritt“, das im Dezember 2025 noch beraten wurde und am 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten wird.

Das Gesetz zielt auf die Assimilation ethnischer und religiöser Minderheiten ab. Die tibetische Sprache soll verdrängt werden, indem Kindern der Unterricht – meist in staatlichen Internaten – auf Chinesisch vorgeschrieben wird und Präsident Xi Jinpings Politik der Sinisierung weiter vorangetrieben wird.

Chinas staatliche Internate, die im Jahresbericht 2025 der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit als „Zwangsassimilation“ und „kultureller Völkermord“ bezeichnet werden, haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Sie trennen tibetische Kinder von ihren Familien und entziehen ihnen den Zugang zu ihrer Kultur, Sprache und Identität.

Das chinesische Gesetz über „Ethnische Einheit und Fortschritt“ untergräbt langjährige nationale und internationale Verpflichtungen der Kommunistischen Partei Chinas zur Anerkennung der kulturellen Eigenständigkeit ethnischer Minderheiten. Gleichzeitig schwächt es das Gesetz über die regionale ethnische Autonomie, das Tibetern Rechte bei der Verwaltung lokaler Angelegenheiten einräumt, und beseitigt den rechtlichen Schutz für Übersetzungen von Rechts- und Regierungsdokumenten.

Nachfolge des Dalai Lama

Laut Freedom House hängt die schlechte Bewertung der politischen Rechte in Tibet unter chinesischer Herrschaft auch mit den Versuchen der Kommunistischen Partei zusammen, den tibetischen Buddhismus zu kontrollieren und seine Ausübung zu regulieren.

Der Bericht geht auch auf Chinas Anspruch ein, allein über die Nachfolge des Dalai Lama entscheiden zu wollen. Dieser Anspruch verstößt gegen grundlegende Prinzipien der Religionsfreiheit und stößt auf Kritik seitens der Vereinten Nationen, der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union.

Laut Freedom House müssen Tibeter derzeit ihre religiösen Überzeugungen verleugnen, um eine Anstellung im öffentlichen Dienst zu erhalten. Tibetisch-buddhistische Geistliche werden zudem gezwungen, ihre Loyalität gegenüber der Ideologie der Kommunistischen Partei zu bekunden. Gleichzeitig überwacht die Partei den Alltag in Tempeln und religiösen Einrichtungen; ein kürzlich erlassenes Gesetz verbietet Minderjährigen außerdem den Zutritt zu religiösen Gemeinschaften und Gebäuden.

Der 90. Geburtstag des Dalai Lama im Jahr 2025 wurde für viele Tibeter zu einem wichtigen Symbol des Widerstands und der kulturellen Identität. Gleichzeitig nahm der staatliche Druck auf die Bevölkerung in Tibet weiter zu. Im Vorfeld der Feierlichkeiten am 6. Juli ordnete die Kommunistische Partei Chinas eine verstärkte Polizei- und Militärpräsenz in tibetischen Klöstern, Städten und Landkreisen an.

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