International Campaign for Tibet
 

Der 14. Dalai Lama

Der 14. Dalai Lama. Foto: dalailama.com.

Am 6. Juli 1935 erblickt in dem kleinen Ort Takster in der tibetischen Region Amdo ein kleiner Junge namens Lhamo Dhondup das Licht der Welt. Vermutlich ahnt niemand, dass dieser Junge später einmal das Gesicht Tibets in der Welt verkörpern wird. Doch im Alter von zwei Jahren erkennt man in ihm die  Reinkarnation des 13. Dalai Lama, mit vier folgt der Umzug in den Potala-Palast in Lhasa.

Mit sechs Jahren beginnt dann die Klosterausbildung des nunmehr 14. Dalai Lama, der inzwischen den Namen Tenzin Gyatso trägt. Am 17. November 1950 übernimmt der inzwischen 15-Jährige die Regierungsgeschäfte. Kein einfacher Zeitpunkt: Die chinesische Volksbefreiungsarmee steht mit ihren Truppen bereits im Osten Tibets, der Einmarsch nach Lhasa steht unmittelbar bevor. Es ist der Anfang vom Ende eines unabhängigen Tibet. In den Folgejahren besetzen die Chinesen auch die Reste des tibetischen Territoriums.

Der 10. März 1959 markiert einen besonders tiefen Einschnitt im Leben des Dalai Lama. Der Volksaufstand gegen die chinesische Besatzung wird blutig niedergeschlagen, Tausende Tibeter verlieren ihr Leben, Zehntausende begeben sich auf die Flucht. Unter ihnen auch der Dalai Lama. Im nordindischen Dharamsala findet er Zuflucht.

1963 präsentiert der Dalai Lama den Entwurf einer demokratischen Verfassung für Tibet. In der Folge entwickelt sich daraus die „Charta der Tibeter im Exil“, auf deren Grundlage ein konsequenter demokratischer Aufbau der tibetischen politischen Strukturen im Exil erfolgt. Heute gibt es ein direkt gewähltes tibetisches Exilparlament mit Sitz in Indien. Auch der Regierungschef wird seit bald zehn Jahren in freien Wahlen bestimmt. Mehrfach hat der Dalai Lama den Wunsch geäußert, nach einer friedlichen Lösung der Tibetfrage all seine politische Autorität auf die demokratisch gewählten politischen Institutionen zu übertragen. Wenn dieses Ziel erreicht sei, wolle er den Rest seiner Tage meditierend in einem Kloster verbringen.

Am 10. Dezember 1989 nimmt der Dalai Lama in Oslo den Friedensnobelpreis  entgegen. Er erhält die Auszeichnung für seinen unermüdlichen Einsatz für eine friedliche Lösung der Tibetfrage.

Dalai Lama erhält die Congressional Gold Medal (Hintergrund: Sprecherin des Repräsentantenhauses Pelosi). Foto: ICT.

Im Jahr 2007 am 17. Oktober wird dem Dalai Lama in Washington, D.C. die höchste Ehrung des US-Kongresses für Zivilpersonen, die Congressional Gold Medal, verliehen.

Es bleiben nicht die letzten Würdigung dieser Art: alleine 84 Preise, Ehrendoktorwürden und andere Auszeichnungen für sein Wirken verzeichnet dalailama.com, die Homepage des Dalai Lama. 72 Bücher tragen seinen Autorennamen. Er selbst bezeichnet sich als einfachen buddhistischen Mönch.

Seit bereits mehr als 50 Jahren unternimmt er von seinem Exilsitz aus Reisen um die ganze Welt, stets auf der Suche nach Unterstützung für seine Politik eines „Mittleren Weges“ des friedlichen Ausgleichs mit der Volksrepublik China. Auch dem deutschsprachigen Raum stattet der Dalai Lama mehrfach Besuche ab. So feiert er im April 2010 in Zürich gemeinsam mit der tibetischen Exilgemeinde den 50. Jahrestag der Aufnahme tibetischer Flüchtlinge in der eidgenossenschaft.

Der Dalai Lama erklärt am 10. März 2011, seine politischen Befugnisse gemäß der Verfassung der Tibeter im Exil abgeben zu wollen. Nach Beratungen überträgt der Dalai Lama seine politischen Befugnisse an die gewählte Führung der Tibeter im Exil.

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