International Campaign for Tibet
 

Pressemitteilung: Bundeskanzlerin Merkel reist nach China: Situation in Tibet muss Thema sein

Berlin, 31.1.2012. Die International Campaign for Tibet (ICT) appelliert an Bundeskanzlerin Merkel aus Anlass ihrer Chinareise, die besorgniserregende Situation in Tibet gegenüber der chinesischen Regierung mit Nachdruck anzusprechen. „Bundeskanzlerin Merkel muss unmissverständlich klar machen, dass die chinesische Regierung in Tibet international anerkannte Menschenrechtsstandards einhalten und die Gewalt beenden muss“, sagte heute ICT-Geschäftsführer Kai Müller. „Menschenrechte und die Situation in Tibet müssen ein zentrales Thema bei den deutsch-chinesischen Gesprächen sein.“

Müller verwies auf die seit Monaten äußerst angespannte Lage in der chinesischen Provinz Sichuan, die nach einer Serie von Selbstverbrennungen in der letzten Woche eskaliert ist. „Die Proteste in Osttibet zeigen, dass hohe und überdies in ihren Auswirkungen problematische Investitionen Pekings in Tibet die Tibetfrage nicht lösen werden. Die internationale Gemeinschaft muss der chinesischen Regierung deutlich machen, dass sie dauerhaften Frieden in Tibet nur über den Respekt der Kultur und Religion der Tibeter erreicht.“ Ursache für die Spannungen in der Region sei die seit Jahren andauernde alltägliche Repression, die sich unter anderem in den exorbitanten Ausgaben für „öffentliche Sicherheit“ in den betroffenen Präfekturen ausdrückt. Hinzu käme die Verschärfung der Religionspolitik in Tibet, die vor allem in den tibetischen Klöstern für enormen Unmut gesorgt habe, so Müller.

Die International Campaign for Tibet fordert die Öffnung der von den Spannungen betroffenen Region Osttibet für unabhängige Beobachter und internationale Medienvertreter: „Die internationale Gemeinschaft muss an Peking appellieren, dass sie nur über Offenheit, Transparenz und Dialog einen dauerhaften Frieden in Tibet schaffen kann. Dazu gehört auch der Dialog mit den Repräsentanten des Dalai Lama. Bundeskanzlerin Merkel muss dies deutlich machen“, so Müller abschließend.

Kontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer / Executive Director
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 27879086
Fax: +49 (0) 30 27879087
E-Mail: presse(at)savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie Rechercheteams in Dharamsala, Indien, und Kathmandu, Nepal.

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