International Campaign for Tibet
 

Tibet: Militärische Machtdemonstration in Lhasa / Massive Truppenpräsenz in Klöstern im Vorfeld von Jahrestag des Volksaufstands

Die chinesischen Staatsmedien in Tibet zeigten am 2. März martialische Aufnahmen einer großangelegten Militärübung in Lhasa. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Quelle: XZTV Screenshot)

Berlin, 6. März 2018. Zeitgleich mit einem hohen buddhistischen Feiertag veranstaltete die chinesische Führung am 2. März eine großangelegte Militärübung in der tibetischen Hauptstadt Lhasa, die in den chinesischen Staatsmedien breiten Niederschlag fand. Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) dokumentiert in zahlreichen Bildern die militärische Machtdemonstration, die unter der offiziellen Bezeichnung „Stahlwand“ firmierte. Sie zeigen „gefechtsbereite“ Einheiten der chinesischen „Volksbefreiungsarmee“ (PLA) und der paramilitärischen Bewaffneten Volkspolizei (PAP), die in langen Kolonnen durch Lhasa paradieren und auf einem nahegelegenen Übungsgelände ihre Bereitschaft demonstrieren, die sogenannte „soziale Stabilität“ zu garantieren – ein politisches Codewort für die unbedingte Wahrung der KP-Herrschaft über Tibet.

Der Zeitpunkt der offenbar mit dem Ziel der Einschüchterung abgehaltenen Übung war nicht überraschend, lag er doch nur gut eine Woche vor dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstands vom 10. März 1959. Dieser erhält in diesem Jahr eine besondere Bedeutung, weil sich dann die von den chinesischen Behörden gewaltsam niedergeschlagene Protestwelle des März 2008 zum zehnten Mal jährt. In den überwiegend friedlichen Protesten hatten viele Menschen in allen Teilen Tibets nach der Rückkehr des Dalai Lama verlangt. Bereits in den Vorjahren fanden in Lhasa zu Anfang März ähnliche Demonstrationen von Chinas militärischer Stärke statt. In diesem Jahr fielen sie auf den Tag genau zusammen mit der massenhaften Präsenz chinesischer Truppen in den großen tibetischen Klöstern, wo die Menschen zusammenkamen, um das Gebetsfest Monlam zu feiern, einen bedeutenden Teil der traditionellen Feierlichkeiten zum tibetischen Neujahrsfest. So strömten etwa mehrere hundert Angehörige der Bewaffneten Volkspolizei über das Gelände des nordosttibetischen Klosters Kumbum, während die Gläubigen dort ihre Gebete verrichten wollten. Auf Beobachter machten die Szenen in Kumbum und anderen bedeutenden Klöstern den Eindruck einer Kriegszone.

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserem Bericht „‘Wall of steel’ in Tibet with major military drill in buildup to March 10 anniversary“. http://www.savetibet.org/wall-of-steel-in-tibet-with-major-military-drill-in-buildup-to-march-10-anniversary/

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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

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