International Campaign for Tibet
 

Tibeter stirbt nach Selbstverbrennung aus Protest / Video kursiert in sozialen Medien / 152 Selbstanzündungen in Tibet und China seit 2009

Berlin, 27. Dezember 2017. Ein etwa 30 Jahre alter Tibeter hat sich am 23. Dezember offenbar aus Protest gegen die chinesische Politik in Tibet selbst angezündet und ist wenige Stunden später seinen schweren Verletzungen erlegen. Dies berichten zwei tibetische Mönche aus dem nordindischen Dharamsala, die über gute Kontakte in die Region verfügen. Konpe, so der Name des Mannes, setzte sich demnach gegen 18:00 Uhr im osttibetischen Ngaba (chin.: Aba) in Brand. Ein Video der Selbstverbrennung kursiert in den sozialen Medien. Darauf zu hören ist eine Frauenstimme, die nach dem Dalai Lama ruft. Ob auch Konpe währenddessen etwas gerufen hat, ist nicht bekannt. Rasch seien Polizisten am Ort des Geschehens erschienen, die Konpe weggebracht hätten. Er sei in den frühen Morgenstunden des 24. Dezember verstorben. Wie es heißt, hätten die Behörden Konpes Vater verhaftet.

Konpe war als Kind in das in Ngaba gelegene Kloster Kirti eingetreten, hatte jedoch später die Mönchsrobe abgelegt und geheiratet. Er stammt aus einem Dorf im Landkreis Ngaba. Einer seiner beiden Brüder ist Mönch, Konpe hat zudem drei Schwestern. Den Exilmönchen zufolge blieben am 24. und 25. Dezember alle Restaurants und Geschäfte Ngabas aus Mitgefühl und Solidarität mit seiner Familie geschlossen. Wie ein Augenzeuge dem tibetischen Dienst von „Radio Free Asia“ mitteilte, habe Konpes Selbstverbrennung unweit der Stelle stattgefunden, an der sich am 29. Februar der Kirti-Mönch Tapay angezündet hatte. Diese markierte den Beginn einer Serie von Selbstanzündungen in Tibet und China, die bis heute anhält. Konpes Selbstverbrennung war die insgesamt 152. und zugleich die sechste im Jahr 2017. Auch im Exil kam es in den vergangenen Jahren zu einer Reihe von Selbstanzündungen, so zuletzt im Juli 2017 in Indien.

Weitere Einzelheiten können Sie unserem englischsprachigen Bericht „Young Tibetan man dies after self-immolation in Ngaba“ vom 27. Dezember entnehmen.

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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

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