International Campaign for Tibet
 

Tibeter begehen buddhistisches Fest trotz einschüchternder Präsenz chinesischer Truppen / Verehrung des Dalai Lama offenbar ungebrochen

Berlin, 20. Dezember 2017. In ganz Tibet begingen in der vergangenen Woche zahlreiche Menschen ein bedeutendes buddhistisches Fest und trotzten damit der Präsenz bewaffneter chinesischer Truppen. Tibeterinnen und Tibeter feierten das Fest „Ganden Ngachoe", an dem des Todestags von Tsongkhapa gedacht wird. Dieser hatte im vierzehnten Jahrhundert die Gelugpa-Schule des tibetischen Buddhismus gegründet, der auch der Dalai Lama angehört. „Ganden Ngachoe" wird mitunter auch als „Lichterfest“ bezeichnet, weil das Entzünden von Butterlampen einen wichtigen Teil des Festrituals darstellt. In diesem Jahr fiel das Fest auf den 12. Dezember.

Einsatzkräfte der paramilitärischen Bewaffneten Volkspolizei waren in großer Truppenstärke in den Klöstern vertreten, in denen die Tibeter traditionell das Fest begehen. Offenbar unterließen sie es jedoch, direkt einzugreifen. Fotos und Videoaufnahmen aus Lhasa etwa zeigen sie in dichten Reihen vor dem Jokhang-Tempel, mitten unter den Gläubigen. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in den bedeutenden Klöstern Nord- und Ost-Tibets, etwa in Rongwo in Rebkong (chin.: Tongren) und Labrang (chin.: Xiahe) sowie den Klöstern von Dartsedo (chin.: Kangding) und Kardze (chin.: Ganzi). Diese liegen in den tibetischen Gebieten, die Peking nach der militärischen Besetzung des Landes den chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan zugeschlagen hatte.

Die große Resonanz des Festes unter den Tibetern belegt ein Muster, das bereits seit einigen Jahren zu beobachten ist: Trotz der einschüchternden Truppenpräsenz, trotz der massiven Ausweitung der chinesischen Überwachung und sogenannter Umerziehungsmaßnahmen zeigt sich offenbar eine große Entschlossenheit der Menschen, ihre tibetische religiöse Identität auch nach außen hin zu unterstreichen. Während „Ganden Ngachoe" verzichten viele Tibeter auf den Genuss von Fleisch oder kaufen Tiere aus dem Schlachthof frei. Gemeinsam ziehen sie am Abend des Lichterfests in die Klöster, wo sie Butterlampen opfern und die Gebäude rituell umrunden. Viele pilgern dazu sogar eigens nach Lhasa. Dies wird nach Auskunft eines Exiltibeters als besonders segensreich betrachtet. Ungebrochen sei auch die Verehrung des Dalai Lama, der von den Gläubigen als der „lebende und beste Schüler Tsongkhapas“ angesehen werde.

Weitere Einzelheiten können Sie unserem englischsprachigen Bericht „Tibetans observe major Buddhist festival despite intimidating presence of Chinese troops“ http://www.savetibet.org/tibetans-observe-major-buddhist-festival-despite-intimidating-presence-of-chinese-troops/ vom 18. Dezember entnehmen.

Eine Bilderstrecke kann hier abgerufen werden: https://www.savetibet.org/tibetans-observe-major-buddhist-festival-despite-intimidating-presence-of-chinese-troops/#jp-carousel-21335.

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