International Campaign for Tibet
 

Tibet-News April 2018

30 Jahre im Dienst des tibetischen Volkes

Einer der Höhepunkte der Feierstunde in Washington: Auf einer Leinwand wird die persönliche Grußbotschaft des Dalai Lama zum 30. Geburtstag von ICT abgespielt. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Foto: Sonam Zoksang)

Die International Campaign for Tibet feiert ihr 30-jähriges Bestehen. Am 15. März 1988 war ICT in Washington mit dem Ziel gegründet worden, das tibetische Volk und die Vision des Dalai Lama zu unterstützen. Seit diesem Tag setzt sich ICT als weltweit größte Tibet-Organisation für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält heute Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien. In Deutschland ist die International Campaign for Tibet seit 2002 tätig. Weltweit unterstützen mehr als 100.000 Menschen in den USA und Europa die Arbeit der Menschenrechtsorganisation. Den ICT-Vorstand leitet der Schauspieler und Aktivist Richard Gere, an der Spitze des Büros in Washington steht ICT-Präsident Matteo Mecacci.

An einer Festveranstaltung aus Anlass des Jubiläums nahmen in Washington auch führende Vertreter des US-Parlaments teil. Neben dem ICT-Vorsitzenden Richard Gere (einen Mitschnitt seiner Rede finden Sie hier) sprachen dabei die Fraktionsvorsitzende der US-Demokraten im Abgeordnetenhaus Nancy Pelosi, die Abgeordneten James P. McGovern (Demokraten) und Ileana Ros-Lehtinen (Republikaner) sowie der Leiter des Office of Tibet Ngodup Tsering. Kein Geringerer als der Dalai Lama persönlich erfreute die Teilnehmer der Feier mit einer Video-Grußbotschaft . Darin dankt er ICT für drei Jahrzehnte „wirkliche Unterstützung der tibetischen Sache“.

Weitere Einzelheiten und den Videolink entnehmen Sie bitte unserem Bericht „ICT Completes 30 Years of Service to the Tibetan People and Receives Video Message of Support from His Holiness the Dalai Lama“. Dort finden Sie auch das Video des Dalai Lama. Ebenfalls lesenswert dürfte ein weiterer Bericht über die Festveranstaltung sein, der zusätzlich einen Abriss über die Höhepunkte unserer Arbeit in den vergangenen drei Jahrzehnten enthält. 

Pekinger Machtdemonstration

Die chinesischen Staatsmedien in Tibet zeigten am 2. März martialische Aufnahmen einer großangelegten Militärübung in Lhasa. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Quelle: XZTV Screenshot)

Zeitgleich mit einem hohen buddhistischen Feiertag veranstaltete die chinesische Führung am 2. März eine großangelegte Militärübung in der tibetischen Hauptstadt Lhasa, die in den chinesischen Staatsmedien breiten Niederschlag fand. Die militärische Machtdemonstration lief unter der offiziellen Bezeichnung „Stahlwand“. Sie zeigen „gefechtsbereite“ Einheiten der chinesischen „Volksbefreiungsarmee“ (PLA) und der paramilitärischen Bewaffneten Volkspolizei (PAP), die in langen Kolonnen durch Lhasa paradieren und auf einem nahegelegenen Übungsgelände ihre Bereitschaft demonstrieren, um die sogenannte „soziale Stabilität“ zu garantieren – ein politisches Codewort für die unbedingte Wahrung der KP-Herrschaft über Tibet. Bereits in den Vorjahren fanden in Lhasa zu Anfang März ähnliche Demonstrationen von Chinas militärischer Stärke statt.

In diesem Jahr fielen sie auf den Tag genau zusammen mit der massenhaften Präsenz chinesischer Truppen in den großen tibetischen Klöstern, wo die Menschen zusammenkamen, um das Gebetsfest Monlam zu feiern, einen bedeutenden Teil der traditionellen Feierlichkeiten zum tibetischen Neujahrsfest. So strömten etwa mehrere hundert Angehörige der Bewaffneten Volkspolizei über das Gelände des nordosttibetischen Klosters Kumbum, während die Gläubigen dort ihre Gebete verrichten wollten. Auf Beobachter machten die Szenen in Kumbum und anderen bedeutenden Klöstern den Eindruck einer Kriegszone. Ein Video, das wir auf Facebook gepostet haben, vermittelt Ihnen einen guten Eindruck davon. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserer Mitteilung

Wenige Tage vor dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstands vom 10. März 1959 setzte sich ein tibetischer Mann in der osttibetischen Präfektur Ngaba (chin.: Aba) selbst in Brand und erlag seinen Verletzungen. Tsekho Tugchak soll in seinen Vierzigern gewesen sein. Er stammte aus der Ortschaft Meeruma. Damit steigt die Zahl der Selbstverbrennungen in Tibet und China seit dem Jahr 2009 auf insgesamt 153. Weitere Informationen finden Sie hier.

„Rote Karte“ für Tibeter

Die Ehrentribüne der „Thank you India!"-Veranstaltung in Dharamsala. Ursprünglich war sie mit deutlich mehr Politprominenz und in weit größerem Rahmen in der indischen Hauptstadt geplant gewesen. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Foto: Tenzin Choejor)

Die „Hindustan Times“ brachte es auf den Punkt: Die indische Regierung habe dem Dalai Lama und der tibetischen Exilregierung die „rote Karte" gezeigt. Tatsächlich hat Delhi einen scharfen Kurswechsel vollzogen. Schienen sich die Tibeter noch im vergangenen Jahr der besonderen Unterstützung der Regierung Modi zu erfreuen, meidet man nun Kontakte zum Dalai Lama und der tibetischen Exilregierung. Der indischen Presse zufolge soll es eine Anweisung der Regierungsspitze geben, der zufolge die Teilnahme von Regierungsmitgliedern und wichtigen politischen Führungspersönlichkeiten an Veranstaltungen mit Tibet-Bezug vermieden werden solle. Erstes Resultat: Eine in Delhi geplante Veranstaltung zu 60 Jahren Exil des Dalai Lama in Indien wurde abgesagt. Stattdessen fand sie schließlich in deutlich kleinerem Rahmen in Dharamsala statt, dem Sitz der tibetischen Exilregierung und Wohnort des Dalai Lama. An der Veranstaltung mit dem Titel „Thank You India“ sollten ursprünglich unter anderem der frühere Ministerpräsident Manmohan Singh und das hochrangige Mitglied der Regierungspartei BJP L. K. Advani teilnehmen.

Beobachter gehen davon aus, dass der erst im Januar ernannte indische Außenminister Vijay Gokhale eine wichtige Rolle beim Kurswechsel der Regierung gespielt habe. Gokhale war zuvor Botschafter Indiens in Peking. Allgemein wird vermutet, dass die neue Linie gegenüber den Exiltibetern damit zu tun hat, dass Delhi die zuletzt äußerst angespannten Beziehungen zu Peking verbessern will. Ein Jahr vor den Wahlen benötige Premierminister Narendra Modi wirtschaftliche Erfolge. Die Inder wollten Jobs statt einer Konfrontation mit China. Und dafür hoffe man offenbar auf chinesische Investitionen, heißt es in der „New York Times“.

Ein weiteres Opfer von Delhis neuer Linie ist die eigentlich für Ende April in der indischen Hauptstadt geplante 7. Weltparlamentarierkonferenz zu Tibet, an der auch der Dalai Lama teilnehmen sollte. Nun wurde bekannt, dass das Treffen der Tibetfreunde unter den Abgeordneten zahlreicher Volksvertretungen aus aller Welt nicht wie geplant stattfinden wird. Die indische Regierung wolle aus Rücksicht auf ihre Beziehungen zu Peking eine solche Konferenz nicht unterstützen, so die Zeitung „The Hindu”. Demnach seien in Kürze zwei hochrangige indisch-chinesische Treffen geplant, eine Tibet-Konferenz in Delhi scheint deshalb im Moment nicht ins Konzept der Regierung Modi zu passen.

Wie grundlegend der Wandel der indischen Haltung zu Tibet ausfallen wird, muss die Zukunft weisen. Immerhin musste die „Thank You India“-Veranstaltung in Dharamsala schließlich doch nicht ganz ohne indische Politprominenz auskommen. An der Feier nahmen mehr als 4.000 Menschen teil, unter ihnen der Dalai Lama und die gesamte Spitze der tibetischen Exilregierung sowie eine Reihe indischer Politiker, darunter auch ein Mitglied der indischen Regierung, Dr Mahesh Sharma, Staatsminister für Kultur, Tourismus und Zivilluftfahrt. Einzelheiten finden Sie hier.

„Zutiefst besorgt“

Der Sitzungssal des UN-Menschenrechtsrats in Genf, wo mehrere Staaten ihre große Sorge hinsichtlich der Menschenrechtslage in Tibet äußerten. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Foto: Maina Kiai-CC-BY-2.0)

Menschenrechtsorganisationen wie ICT, aber auch mehrere Staaten sind in großer Sorge hinsichtlich der Lage in Tibet. Dies zeigte sich während der laufenden 37. Sitzungsperiode des UN-Menschenrechtsrat in Genf, wo Deutschland, die USA, Kanada, die Europäische Union sowie eine Reihe europäischer Staaten deutliche Worte an die Pekinger Regierung richteten. Die Stellungnahmen fielen beim Tagesordnungspunkt „Menschenrechtslagen, die der Aufmerksamkeit des Rates bedürfen“ der laufenden 37. Sitzungsperiode des UN-Gremiums in Genf. Dabei gingen Deutschland, Frankreich, die USA und Kanada sowie Bulgarien speziell auf Tibet ein.

In der Stellungnahme Deutschlands hieß es, man sei „zutiefst besorgt über Chinas weit verbreitete Rechtsverletzungen, darunter Verletzungen der Religionsfreiheit, der Meinungsfreiheit und der Vereinigungsfreiheit sowie des Rechts auf ein faires Verfahren, das sich in der geheimen Haftform ‚Wohnüberwachung an einem bestimmten Ort‘ ausdrückt. Wir fordern China auf, unverzüglich alle Menschenrechtsverteidiger freizulassen, darunter Yu Wensheng, Li Yuhan, Jiang Tianyong, Wang Quanzhang, Wu Gan, Liu Feiyue, Huang Qi, Lu Yuyu, Tashi Wangchuk, Ilham Tohti und den EU-Bürger Gui Minhai.“ Zudem solle China Besuche von UN-Sondervertretern zulassen, und dies auch in tibetischen und uigurischen Gebieten.

Auch eine Mitarbeiterin von ICT hatte die Gelegenheit, in Genf über die dramatische Verschlechterung der Menschenrechtslage in Tibet seit 2008 zu sprechen. Für die „Helsinki Foundation for Human Rights“ (HFHR) wertete Mélanie Blondelle aus dem Brüsseler ICT-Büro die anhaltende Serie von Selbstverbrennungen in Tibet als „klaren Beleg“ für Pekings Missachtung der fundamentalen Rechte und Freiheiten der tibetischen Bevölkerung. Blondelle forderte die Ratsmitglieder auf, Chinas Menschenrechtsverletzungen in Tibet klar zu benennen. Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserer Mitteilung.

Laufen für Tibet!

Zwei „Läufer für Tibet" präsentieren stolz eine Tibet-Flagge. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Foto: Stefan Mandel)

Nun, da die Tage wieder länger werden und die Temperaturen hier und da schon mal die 20 Grad-Marke knacken, wächst in vielen von uns der Wunsch nach sportlicher Betätigung. Sollte das auch bei Ihnen so sein, dürfen wir Ihnen einen Vorschlag machen: Machen Sie mit bei unserer Aktion „Laufen für Tibet“, verknüpfen Sie Ihren sportlichen Elan mit der Unterstützung unserer Arbeit für Tibet!

Bereits seit mehreren Jahren nutzen Läuferinnen und Läufer die Möglichkeit, mit ihrem sportlichen Einsatz zugleich für die Menschenrechte in Tibet einzutreten. Unsere Kampagne „Laufen für Tibet" rückt Tibet in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Sie können sich daran als aktive Sportler oder auch als Sponsoren beteiligen. Alles Wissenswerte zu unserer Kampagne "Laufen für Tibet" finden Sie hier auf unserer Webseite. Dort stehen auch die Namen der bisherigen „Läuferinnen und Läufer für Tibet“. Vielleicht sind ja Bekannte von Ihnen darunter, mit denen Sie sich für Ihr nächstes Lauf-Event verabreden wollen. Denn gemeinsam macht es noch mehr Spaß, sich für Tibet stark zu machen. Jetzt aktiv werden und für die Menschenrechte in Tibet eintreten. Mit unserer Kampagne „Laufen für Tibet" rücken wir Tibet in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Folteropfer Trigyal

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