International Campaign for Tibet
 

Zutritt verboten: China verwehrt UN-Vertretern, Diplomaten, Parlamentariern und Journalisten Besuche in Tibet / ICT: Westliche Regierungen sollen auf Gleichbehandlung mit chinesischen Vertretern bestehen und Zugang nach Tibet fordern

Cover des neuen ICT-Berichts. Foto: ICT

Berlin, 9. Mai 2018. Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) dokumentiert den systematischen Versuch der chinesischen Regierung, UN-Vertretern, Diplomaten, Parlamentariern und Journalisten den freien Zugang nach Tibet zu verwehren. Werden Besuche in Tibet gewährt, was nur äußerst selten geschieht, so sind diese in der Regel komplett inszeniert, die Gesprächspartner sorgfältig ausgewählt oder Gegenstand lückenloser Überwachung. Von den Fragen solcher Delegationen mit Blick auf die Menschenrechtslage in Tibet oder anschließend geäußerter Kritik erfahren Tibeter und Tibeterinnen in der Regel nichts. Im Gegensatz dazu können sich chinesische Delegationen, Diplomaten oder Journalisten der chinesischen Staatsmedien in westlichen Staaten, auch in Deutschland, völlig ungehindert bewegen und dabei - gerade in Bezug auf Tibet - offensiv die Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas verbreiten.

Nach Einschätzung von ICT ist dieses eklatante Missverhältnis inakzeptabel und muss von der internationalen Gemeinschaft, von Regierungen, Parlamenten und der Öffentlichkeit mit Nachdruck thematisiert werden.

Dazu sagte ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „Das Prinzip der Gegenseitigkeit oder Reziprozität gegenüber der Volksrepublik China darf nicht nur in den Bereichen Wirtschaft und Handel, wie zuletzt im Koalitionsvertrag von Union und SPD erwähnt, Anwendung finden, sondern muss auch für den Bereich Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gelten. Im Sinne einer robusteren Politik gegenüber der Volksrepublik China, die auf Dialog setzt, sich Realitäten aber nicht verweigert, sollte die deutsche Politik diese Gegenseitigkeit der Beziehungen auch in diesen Bereichen offensiv einfordern“, so Müller weiter. Tibet müsse frei zugänglich sein sowohl für Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen, Diplomaten und Parlamentarier, als auch für ausländische Journalisten. Medien wie etwa die Deutsche Welle müssten in Tibet und China frei und unzensiert arbeiten können.

Der neue ICT-Bericht „Access Denied: China’s enforced isolation of Tibet, and the case for reciprocity dokumentiert den fehlenden Zugang nach Tibet und beschreibt die Motive der chinesischen Regierung, der es im Wesentlichen um die Kontrolle des weltweiten Narratives über Tibet gehe. Der Bericht endet mit einer Reihe von Empfehlungen.

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserem Bericht „Access Denied: China’s enforced isolation of Tibet, and the case for reciprocity“.

 

Pressekontakt:
Kai Müller
Geschäftsführer
Tel.: +49 (0) 30 27879086
E-Mail: presse(at)savetibet.de
Twitter: @savetibet
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

Netzwerk


Werde Teil der Community!